Bio oder konventionell, beim Schlachten keine Unterschiede

Die Richtlinien der EU-Öko-Verordnung zum Schlachten von Tieren aus ökologischer Haltung unterscheiden sich kaum von den Vorgaben der konventionellen Schlachtung. Allerdings müssen die Schlachthöfe und Metzgerinnen und Metzger biozertifiziert sein. Damit kein Tier, Fleisch oder Blut vermischt oder verwechselt wird, muss das Schlachtunternehmen Bio-Tiere und konventionelle Tiere und Waren sauber voneinander trennen. Daher werden die Bio-Tiere meistens an bestimmten Tagen vor den konventionellen geschlachtet.

Auch zur Dauer und Länge von Tiertransporten macht die EU-Öko-Verordnung kaum konkrete Vorschriften: Der Transport von Bio-Tieren darf genau wie bei ihren konventionellen Artgenossen bis zu acht Stunden dauern. Dagegen beschränken Bio-Verbände wie Bioland, Demeter oder Naturland die Transporte auf vier Stunden oder maximal 200 Kilometer.

Weideschlachtung ohne Angst?

Tierärztinnen und Tierärzte der Universität München wiesen in einem Projekt eine nahezu stressfreie Schlachtung der Schweine nach. Wichtige Voraussetzungen dafür seien geschultes Personal sowie eine frühzeitige Gewöhnung der Schweine an den Schlachtanhänger. Dazu bekommen die Weideschweine am Schlachtanhänger etwas Futter. Es werden tatsächlich nur diejenigen Tiere geschlachtet, die freiwillig in den Schlachtanhänger laufen. Nach der Schlachtung verarbeitet die hofeigene Metzgerei das Bio-Fleisch umgehend nach alten traditionellen Verfahren weiter.

Dazu auch der Bericht von Lea Trampenau und Andrea Fink-Keßler: Neuere Ansätze für stressarmes Schlachten im Haltungsbetrieb

Download hier: https://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2016/KAB2016_Kap8_251_255_Trampenau_Fink-Kessler.pdf